Serviceland USA

In Deutschland wird ja oft gesagt, dass dort der Service so schlecht ist und in den USA ja viiieel besser ist und Deutschland solle sich mal ein Beispiel an der amerikanischen Servicementalität nehmen. Ja Ja.

Also vorgestern hab’ ich wieder ein Beispiel für den guten amerikanischen Service beim Einkaufen erlebt. Ich hab’ mir einen neuen Laptop gekauft. Und so sieht ein typisches Einkaufserlebnis in den USA aus:

  • Die Verkäufer (und davon gibt es viele, mehr als potentielle Käufer) schlawenzeln ständig um einen herum und man wird von jedem gefragt, ob man Fragen hat.
  • Ich habe mir vorher zwei Sonderangebote in der Zeitung ausgeguckt, von denen ein’s im Laden mit dem normalen Preis ausgeschildert und verkauft wurde.
  • Technische Fragen (ich wollte die Akkulaufzeit wissen) werden falsch beantwortet. Ich musste den Verkäufer erst darauf hinweisen, dass mir 6 Stunden Akkulaufzeit aber ziemlich lang vorkommen. Ich hab’ ihn gefragt, ob er mir das auf einem Ausdruck der Technischen Daten zeigen kann. Dann hat er nochmal überlegt und daraufhin vermutet, dass es wahrscheinlich doch nur 3 Stunden sind.
  • Wenn man eine Sache kauft, soll man gleich mehrere Sachen kaufen und man wird mit Zusatzangeboten überhäuft. (Bei einem Zusatzangebot, konnte ich dann aber doch nicht widerstehen und hab’ jetzt noch einen neuen Drucker.) Und das Fiese ist, dass die Zusatzangebote nur gelten, wenn man Sie mit dem Laptop zusammen kauft. Also nochmal zu hause überlegen is nich.
  • Es sind wieder Coupons mit im Spiel. Aber diese sind besonders fies. Um den super Preis für den Drucker zu bekommen, darf ich nicht vergessen, einen Antrag auf den Preisnachlass an Canon zu schicken, woraufhin mir dann 100 $ zurücküberwiesen werden.
  • Mir wurde auch ein völlig sinnloses Produkt aufgeschwatzt (mit Coupon zum Einsenden aber kostenlos, darf ich halt nicht vergessen): Ein Virusscanner, obwohl auf dem neuen Laptop schon einer drauf ist, der auch nicht schlechter ist.

2 thoughts on “Serviceland USA

  1. Hi Elmar,

    aber es ist doch eigentlich gleich in Deutschland… oder? So was habe ich auch in Mediamarkt und Saturn erlebt.

    In Deutschland wird mir oft im Laden gesagt, was gut fuer mich sein soll. Letzte Woche musste ich mit einem Verkaeufer diskutieren, welche Schuhgrosse ich wohl habe. Er meinte, er ist doch der Schuh- und Fuss-experte zu sein, und ich nur Kundin.

    Viele Gruesse… das Wissenschaftsmagazin ist super!
    Rebecca

  2. Na ja, ich finde da gibt es schon einen großen Unterschied zwischen dem Einkaufen in USA und in Deutschland.

    Die Verkäufer sind hier wirklich sehr aufdringlich, fast wie auf einem ägyptischen Bazar. Wenn man sich ‘was anguckt, kommt gleich ein Verkäufer, der einem das Teil aufschwatzt, der normalerweise auch gar keine Ahnung hat und einem ‘was vom Pferd erzählt. Und in Deutschland brauch’ ich auch nicht die Namen der Verkäufer kennen und Coupons brauche ich auch keine.