Führerschein

Ich hab’ jetzt endlich meinen amerikanischen Führerschein, nach knapp einem Jahr.

Der deutsche Führerschein ist hier in USA auf jeden Fall am Anfang (oder wenn man hier im Urlaub ist) erstmal gültig. Ich weiß aber nicht genau wie lange. Über die Dauer, wie lange der deutsche Führerschein hier in den USA gilt, habe ich unterschiedliche Informationen erhalten: entweder 3, 6 oder 12 Monate.

Es ist auch sehr einfach und billig, hier einen Führerschein zu machen. Man geht zur Führerscheinstelle, dem Department of Motor Vehicles des Staates, in dem man wohnt. Die Adresse der Führerscheinstelle in seiner Nähe findet man auf deren Internetseite. Auf dieser Seite findet man auch das Drivers Handbook als PDF-Dokument mit den Verkehrsregeln und Bestimmungen zur Vorbereitung auf die Prüfung. Insgesamt inklusive theoretischer und praktischer Prüfung und dem Zuschicken des Führerscheins hat es hier in Texas 25 $ gekostet.

Als Vorbereitung für die theoretische Prüfung empfehle ich, dass man sich das Drivers Handbook anguckt und sich besonders die Zahlenangaben (wieviel Fuß oder Sekunden Abstand, Geldstrafen, Alkohol im Blut, etc.) einprägt. Im Internet findet man auch zahlreiche kostenlose Kurztests, die ganz Hilfreich als Prüfungsvorbereitung sind.

Die Fahrprüfung ist extrem simpel. Wenn man halbwegs Auto fahren kann, braucht man sich hierfür nicht extra vorbereiten. Ich musste 10 Minuten um einen leeren Wohnblock fahren. Die Prüferin hatte mir auch vorher gesagt, dass sie hauptsächlich sehen will, dass ich bei den Stoppschildern vollständig anhalte. Das war alles. “Das Einparken machen wir heute mal nicht.”

Steuererklärung in den USA

Als Green Card Inhaber ist man verpflichtet, in den USA eine jährliche Steuererklärung abzugeben. Dabei ist es egal, wo man wohnt. Also auch, wenn man noch in Deutschland wohnt, muss man in den USA seine Steuererklärung abgeben. Als Frist gilt normalerweise der 15. April des folgenden Kalenderjahres. Für außerhalb der USA ansässige Personen wird diese Frist automatisch um zwei Monate verlängert, wobei man der Steuererklärung aber einen Antrag auf die automatische Verlängerung mit Angabe des Grunds, dass man noch im Ausland wohnt, beilegen muss.

Ich beschreibe hier die vier wichtigsten Formulare für USA-Auswanderer, die man an den Internal Revenue Service (kurz IRS), der Steuerbehörde der USA, schicken muss. Für den Normalbürger reichen diese Formulare. Ausführliche Informationen und alle Formulare zum herunterladen im PDF-Format gibt es auf den Internetseiten der IRS.

Die Steuererklärung kann man als Eheleute gemeinsam oder auch einzeln abgeben. Das entsprechende Formular ist das U.S. Individual Income Tax Return (Form 1040). Dies ist das Grundformular. Wenn man in dem Steuerjahr außerhalb der USA Einnahmen hatte, braucht man noch das Formular Foreign Earned Income Exclusion (Form 2555-EZ). Mit Hilfe dieses Formulars verhindert man, dass man für diese Einnahmen (bis zu dem Betrag von 92 900 $) Steuern in den USA bezahlen muss. Um dieses Formular benutzen zu dürfen, muss man sich aber lange genug außerhalb der USA aufgehalten haben. Wenn man noch nicht oder gerade erst in die USA eingewandert ist, trifft das aber auf jeden Fall zu. Diese Einnahmen werden dann von den Gesamteinnahmen, die man in dem Grundformular 1040 angibt, abgezogen. Wenn man nichts in den USA verdient hat, weil man zum Beispiel noch in Deutschland gewohnt hat, ergibt das dann ein in den USA zu versteuerndes Einkommen von 0 $.

Außerdem müssen dem United States Department of Treasury noch Ersparnisse in dem Report of Foreign Bank and Financial Accounts (Form TD F 90-22.1) angegeben werden, sobald die gesamten Ersparnisse auf Konten außerhalb der USA 10000 $ übersteigen. Wer mehr als 50000$ als Einzelperson oder 100000 $ als gemeinsam steuerlich veranlagtes Ehepaar auf Konten außerhalb der USA hat, braucht unter Umständen noch das Formular für Specified Foreign Financial Assets (Form 8938).

Umzug in die USA

Für Auswanderer stellt sich die Frage, was man alles in die USA mitnehmen soll. Wenn man seinen ganzen Haushalt in einem Container von Deutschland aus zu einem Seehafen in die USA transportieren lässt, kostet das ca. 3000 €. Außerdem muss man sich dann um die Abholung kümmern und schon einen Platz haben, wo man die Sachen hinbringt, oder eine Stellplatzgebühr für den Container bezahlen. Das kam für uns nicht in Frage. Wir haben lieber alle unsere Sachen in Deutschland verkauft und sind nur mit jeweils 3 Gepäckstücken in die USA geflogen. Jeder musste zum Flugticket noch 50 bis 100 € wegen des Mehrgepäcks zahlen. Eine weitere Kiste lassen wir uns per Post für 85 € nachschicken.

Elektrische Geräte

In den USA gibt es einen anderen Standard für die Elektrik. Die Spannung im Haushalt ist hier 110 Volt anstatt 230 Volt in Europa. Außerdem haben die Stecker eine andere Form. Von daher kann man die elektrischen Geräte aus Deutschland in den USA nicht nutzen, außer sie haben ein spezielles Netzteil oder einen eingebauten Akku. Laptops oder elektrische Zahnbürsten aus Deutschland zum Beispiel kann man in den USA problemlos nutzen. Man braucht dann nur einen Adapter wegen der unterschiedlichen Steckerform (ca. 8 €). Die unterschiedliche Spannung macht hierbei nichts aus.

Social Security Number

Um legal eine Arbeit in den USA aufnehmen zu können benötigt man eine Sozialversicherungsnummer (Social Security Number). Eigentlich habe ich die bei der Beantragung meiner Green Card mitbeantragt. Dafür gab es auf dem Formular extra ein Kästchen zum Ankreuzen. Ich habe aber trotzdem keine bekommen, weshalb ich dann ohne Sozialversicherungsnummer in die USA eingereist bin. Im Internet kann man sich ein Formular für den Antrag einer Sozialversicherungsnummer herunterladen, welches man ausgefüllt persönlich beim Amt abgeben muss. Damit bin ich dann mit meiner Green Card und meinem Reisepass zum Amt gegangen. Einige Tage später habe ich die Sozialversicherungsnummer zugeschickt bekommen.

Krankenversicherung

Bevor man in ein anderes Land auswandert, sollte man sich Gedanken über eine Krankenversicherung machen. Einige deutsche Krankenversicherungen bieten spezielle Versicherungen für den Auslandsaufenthalt an. Jedoch sollte man sich die Bedingungen genau angucken.

Wenn man die Versicherungsgesellschaften anruft, sollte man sich nicht von den Verkäufern nicht das Blaue vom Himmel versprechen lassen. Abschließen und bezahlen kann man die Versicherung immer. Jedoch ist es fraglich, ob die Versicherung im Krankheitsfall dann auch zahlt. Bei den meisten Versicherungsgesellschaften ist man nämlich nur als Reisender im Ausland versichert. Wenn man sich aber in einem anderen Land niederlässt, ist man kein Reisender mehr. Also ist man mit so einer Versicherung dann überhaupt nicht krankenversichert. Wahrscheinlich würden kleinere Beträge trotzdem übernommen werden. Was aber, wenn die Krankheit ein kleines Vermögen kostet? Und genau für so einen Fall braucht man ja die Versicherung. Dann möchte ich die Versicherung sehen, die nicht genau prüft, ob sie überhaupt verpflichtet ist zu zahlen. In einem separaten Post habe ich meine kleine Geschichte mit einer Deutschen Krankenversicherung für die USA berichtet. (Post: Der Versuch, eine Krankenversicherung als Auswanderer abzuschliessen)

Wir haben uns dann für eine amerikanische Versicherung entschieden. Die kostet für uns beide zusammen 150 $ pro Monat und hat eine Selbstbeteiligung von 10.000 $. Das war das billigste, was wir gefunden haben.

Green Card und Visum

Nachdem wir 2008 die Idee hatten, in die USA zu ziehen, haben wir die Green Card für mich beantragt. Das war zwar erst nur eine vage Idee, wir wollten uns aber auf jedenfall die Möglichkeit dazu erschaffen. Denn ohne Green Card kann man nur in Ausnahmefällen, wenn einem zum Beispiel eine Firma ein spezielles Arbeitsvisum beschafft, in die USA einwandern. Die Green Card ist ein Einwanderungsvisum bei dem man uneingeschränktes Arbeits- und Wohnrecht in den USA hat.

Für die Beantragung der Green Card war jede Menge Papierkram zu erledigen. (Welche Formulare man braucht, erfährt man am besten auf den Internetseiten der Botschaft der USA, die man dort auch herunterladen kann.) Für den Bewerbungsprozess muss man eine Kontaktadresse in den USA haben, unter der man Briefe empfangen kann. Nachdem ich allerhand Formulare an das Generalkonsulat nach Frankfurt abgeschickt habe, musste ich dort noch für ein “Interview” und eine medizinische Untersuchung hinfahren. Da mein Termin um 7.00 Uhr war musste ich mich auch noch um ein Hotel kümmern. Die trauen nur ihrem eigenen Arzt, ein alter Mann, der bei der Augenuntersuchung nacheinander nur mit dem rechten und danach nur mit dem linken Auge vier Zahlen ablesen lässt. Zumindest testet er dabei ganz nebenbei das Gedächtnis, falls man mit dem einen Auge nicht mehr so richtig gucken kann. Außerdem wurde eine Blutprobe genommen. Das “Interview” bestand aus der Frage, wann Devon und ich geheiratet haben. “Äh …. , das steht doch in den Unterlagen …”. Das war’s. Alles in Allem hat mich die Green Card ca. 1500 € gekostet. Jedes Formular kostet eine Bearbeitungsgebühr, die Fahrt nach Frankfurt, Hotelunterkunft und die Arztuntersuchung bei dem alten Mann.

Von der Beantragung der Green Card bis zur Zusage 2009 hat es ca. ein halbes Jahr gedauert. Dann hat hat man 6 Monate Zeit, um in die USA einzureisen. Wir sind dann für einen Urlaub in die USA gereist und haben somit die Green Card aktiviert.

Wir wollte ja nicht sofort alles in Deutschland abbrechen um dann in den USA ohne Job zu wohnen. Da wir noch nicht 2 Jahre verheiratet waren habe ich leider nur eine auf zwei Jahre befristete Green Card bekommen. Nach dem Urlaub haben wir dann fast die ganzen 2 Jahre weiterhin in Deutschland gewohnt und sind zwischendurch nochmal zum Urlaub in die USA geflogen. Um die Green Card nicht zu verlieren durfte ich mich aber nie länger als 364 Tage am Stück außerhalb der USA aufhalten. Das habe ich dann auch ziemlich ausgereizt.

Als Inhaber einer Green Card ist man außerdem verpflichtet, jedes Jahr eine Steuererklärung in den USA einzureichen. Auch wenn man gar nicht in den USA wohnt oder kein Einkommen hat. In diesem Fall werden einem als Normalverdiener aber wenigstens keine Steuern von den USA eingezogen. Welche Unterlagen man dafür braucht, erfährt man am besten, wenn man in der Steuerabteilung beim Generalkonsulat in Frankfurt anruft.

Meine jetzige endgültige Einwanderung habe ich zeitlich so gelegt, dass ich exakt nach 364 Tagen in Deutschland in die USA eingereist bin. Ich hatte vorher in einem USA-Forum gelesen, dass einem der Grenzbeamte die Green Card wegnehmen könnte, da sie einem die Einwanderungsabsicht absprechen. Daher hatte ich mich schon auf eine Diskussion mit dem Grenzbeamten eingestellt. Er hat auch gefragt, wie lange ich außerhalb der USA war. Als ich ihm sagte, wie lange ich nicht mehr in den USA gewesen bin, hat er aber nur nur böse geguckt. Ganz kurz hatte ich aber einen kleinen Schreck, da ich dachte, er wollte meine Green Card einbehalten. Er hat irgendwas gemurmelt und ich habe nur verstanden “… must stay here” und er hat dabei mit seiner Hand auf meine Green Card getippt. Er sagte aber nur, ich soll in den USA bleiben und nicht in Deutschland. “O.k.”